Lange und immer wieder wurde der Erhalt des Bestandes – ein Mehrfamilienhaus in der Nähe von Karlsruhe aus den 50er Jahren hinterfragt. Aus wirtschaftlicher Sicht war die Überlegung, das Haus zu erhalten oder neu zu bauen nicht immer eindeutig. Aus ökologischer Betrachtung allerdings spricht selten etwas dagegen, Bestandsgebäude zu erhalten und entsprechend neuer Bedürfnisse umzubauen.
Der Altbau wurde in unserem Fall durch einen Anbau ergänzt, der in seiner Dachform die des Bestands nachzeichnet und räumlich einen Übergang zum Garten im Südwesten schafft. Eine feine tektonische Skulptur aus Sichtbeton ersetzt den unteren Teil der Außenmauer, die für den Anbau weichen musste, und nimmt das Kaminmöbel im überhohen Gartenzimmer auf. Nebenan durchdringt die neue Treppe, die als eingestellte räumliche Figur die Räume oben und unten differenziert, die Decke zwischen UG und EG.
Genau in der Flucht von Haus- und Garteneingang wird die Treppe zum möbelartigen Element, zur raumhaltigen Brüstung und zur Küche. Sitzfenster in Küche und Wohnzimmer schaffen weitere spannungsvolle Beziehungen zwischen Innen und Außen und erzählen die Geschichte der subtil neu geordneten Fassade. Im ersten Obergeschoß profitieren die Räume im Süden vom Flachdach des Anbaus, der hier zur Dachterrasse wird. Neu aufgesetzte Gauben schaffen Raum im Dachgeschoss und ermöglichen den Blick in den nahen gelegenen Schwarzwald.
LPH 1–8
Bauherrschaft: Privat
Mitarbeit: Lisa Schneider, Peter Hoffmann,
Ruth Bartelmann (Projektleitung), Aaron Harter